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„Sprungbrett besucht Gedenkstätte Bergen-Belsen“
Im Rahmen des Sozialtrainingskurses „BASIC“ hat der Verein Sprungbrett e.V. die Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht. Den Trainingskurs besuchen junge Menschen, die strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Die Teilnehmenden sind zwischen 15 und 20 Jahre alt. Sie werden vom Jugendgericht angewiesen an einer gewissen Anzahl von Modulen teilzunehmen. Die Anzahl der Module ist abhängig von der begangenen Straftat und den strafrechtlichen Voreintragungen.

In diesem Rahmen haben die beiden Mitarbeiter*innen Jasmin Telker und Thorsten Sauer Module zum Thema Demokratie ausgearbeitet und mit verschiedenen Jugendlichen umgesetzt. Hauptschwerpunkt des Themas Demokratie war der Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Fünf Jugendliche nahmen an der dreieinhalbstündigen Führung teil. Der Besuch führte sie zuerst zur „Rampe“, wo die Menschen, welche inhaftiert werden sollten, völlig entkräftet mit Güterwaggons wie Vieh angeliefert wurden und von dort aus noch 6km zum Lager laufen mussten. Ein dort abgestellter Güterwaggon zeigte der Gruppe hautnah, was es bedeutet in einem überfüllten und viel zu engen Waggon abtransportiert zu werden.
Anschließend begab sich die Gruppe auf das Gelände der Gedenkstätte. Die Jugendlichen erfuhren mehr über die Geschichte der Gedenkstätte. Die Entwicklung vom Kriegsgefangenenlager im Jahre 1940, bis zum „Austauschlager“, wo jüdische Gefangene festgehalten wurden, um sie gegen internierte Deutsche im Ausland zu tauschen. 1943 wurde Bergen-Belsen zum Konzentrationslager, in welches ab 1944 zehntausende Gefangene aus frontnahen Konzentrationslagern, wie Auschwitz, verlegt wurden. Im April 1945 wurde das vollkommen überfüllte Lager befreit.
Nach diesem Einblick in die Historie des Lagers Bergen-Belsen stand noch ein Besuch des Lagergeländes und der dort befindlichen Massengräber an. Die vielen Massengräber und die nur geschätzten Zahlen der dort Begrabenen zeigten für wie viele Menschen die Befreiung des Lagers zu spät kam. Danach konnten sich die Jugendlichen und Betreuer*innen noch selbstständig in der Ausstellung über das Leben der Menschen im Lager Bergen-Belsen erkundigen.
Der Besuch war für alle Mitgefahrenen, Jugendliche wie Betreuer*innen, sehr lehrreich. Die Jugendlichen zeigten sich tief betroffen über die menschenverachtenden Taten und das Leid der Männer, Frauen und Kinder. Dieser Besuch verdeutlichte, wie wichtig es ist, unsere heutige Demokratie zu schützen.
Die Möglichkeit zur weiteren Beschäftigung mit unserer Demokratie wurde den Jugendlichen in den folgenden beiden Modulen „Demokratie und die Europäische Union“, sowie „Europawahl“ gegeben. Hier beschäftigten sich die jungen Menschen mit den Wahlprogrammen der Parteien, der Europäischen Union und dem Wahlrecht.
Als Fazit halten Sauer und Telker fest: Wir sind positiv überrascht über die Anteilnahme und das Interesse der Jugendlichen. Sie haben unsere Erwartungen übertroffen. Wir werden den Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen 2025 wiederholen.